Download Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten. Tagebücher 1933 - by Victor Klemperer, Hadwig Klemperer, Walter Nowojski PDF

By Victor Klemperer, Hadwig Klemperer, Walter Nowojski

Victor Klemperers Tagebücher haben sich als unverzichtbare und unvergleichliche Zeitdokumente von außergewöhnlicher Faszination erwiesen. "Beobachten, notieren, studieren" - das battle die ständige Forderung, die er an sich selbst stellte. Seine minutiösen Notizen über den Alltag der Judenverfolgung mitten in einer deutschen Großstadt lösten die selbstgesetzte Chronistenpflicht des zwangsemeritierten jüdischen Professors ein, den die Treue seiner nichtjüdischen Ehefrau Eva vor der Deportation bewahrte.
Bedrohliches Gestapoverhör, vierzehn lange Tage dienstverpflichtet zum Schneeräumen, so beginnt für Victor Klemperer das zehnte Jahr des NS-Terrors. Im "Judenhaus", mit dem Judenstern an jeder Wohnung, spielen sich auf engstem Raum erschütternde Schicksale ab: Demütigung, Verhaftung, Selbstmord, Deportation - immer öfter müssen Eva und Victor Klemperer von vertraut gewordenen Menschen Abschied nehmen, immer öfter fällt im Zusammenhang mit Judentransporten der identify "Theresienstadt", und zum ersten Mal hört Klemperer vom KZ Auschwitz. quickly wöchentlich wird er mit einer neuen Bestimmung, einem weiteren Verbot konfrontiert - insgesamt 31 zählt Klemperer innerhalb eines Jahres.

"Die Tagebücher, in denen genaueste Beobachtungsgabe, sprachliche Meisterschaft und menschliche Größe sich aufs glücklichste vereinen, stellen alles in den Schatten, used to be jemals über die Zeit des Nationalsozialismus geschrieben wurde." Die Zeit

"Klemperers Tagebücher gehören fortan zu den bleibenden Zeugnissen deutscher Geschichte und Kultur." Spiegel Spezial

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Ich tue kaum etwas anderes als Briefe schreiben. Nach USA an Tillich und Ulich, heute an Weißberger nach Oxford. Nachmittag Stepun berichtet, daß mein Katheder neu besetzt wird. Also hat man mich nicht einsparungshalber hinausgeworfen. Sondern als Juden. Obschon ich im Felde war usw. usw. Er nennt mir zwei Schweizer Adressen für Verlag und Vorträge: Vita Nova-Verlag, Luzern, und Dr. Liefschitz, Bern. 7. Mai, Dienstag Auf meine vielen Schreiben habe ich bisher eine auszufüllende Bewerberliste aus England erhalten, die auf alle Welt der Arbeitslosen zugeschnitten ist und mir gar keine Chance bietet.

Und jetzt … Wir hätten uns früher nicht vorstellen können, wie man auch nur mit einem Viertel der Sorgen und Miseren leben könnte, die jetzt beständig auf uns lasten. – 15. Aufgehobene rechte Hände, ein Studentenvertreter, der a. o. Prof. Scheffler in SA-Uniform, der a. o. Prof. Fichtner mit dem Parteiabzeichen – und alles nur Formalität und Äußerlichkeit. Aber mir wird von diesem Händeaufheben buchstäblich übel, und daß ich mich immer wieder daran vorbeidrücke, wird mir noch einmal den Hals brechen.

Seit einer Woche keine Arbeitsmöglichkeit mehr. Immer wieder starke Herzbeschwerden. Meist sehr mutlos. Die Glückwünsche der Leute berühren mich peinlich. Selten Momente wirklicher Freude. Aber Eva blüht in all diesem Wirrwarr trotz ständiger Ermüdung und schwerer Behinderung durch das verschwollene Handgelenk. Dies die ersten Zeilen, die ich hier wage. Aber der »Füll« ist mir gar zu unbequem, auch ist alles in größter Unordnung und voller Lärm. Die meiste Zeit stehe ich untätig herum, zermürbt.

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