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By Walter Mayr

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Hanover 1996. Orphée Orphée F 1949 s/w 95 min R: B: K: M: D: Jean Cocteau Jean Cocteau Nicolas Hayer Georges Auric Jean Marais (Orphée), Marie Déa (Eurydice), Maria Casarès (Prinzessin), François Périer (Heurtebise), Edouard Dermithe (Cégeste), Juliette Gréco (Aglaonice) Der Übergang vom Leben zum Tod hat Jean Cocteau immer wieder beschäftigt. Als »unterirdische Kathedralen der Hölle« bezeichnete der französische Avantgardekünstler einmal diese Labyrinthe aus Imagination und Poesie. Nach dem provozierenden Filmdebüt Das Blut eines Dichters (1930) inszenierte er Orphée als zweiten Teil einer Trilogie und moderne Version des antiken OrpheusMythos: Filmen bedeutete für ihn, dem Tod bei der Arbeit zuzusehen.

Dunkle Wolken, Blitz und Donner beherrschten die Szene. Regisseur Verhoeven und sein Team trieben das Märchen bis ins grauenvolle Detail, ohne Halbheiten und Glättungen. Diese künstlerische Konsequenz forderte ihren Tribut. Schon während der Dreharbeiten warfen einige dem Regisseur übertriebene optische Grausamkeiten vor, eine Meinung, der sich auch die DEFA-Kommission als 54 Peter Pans heitere Abenteuer Zensurgremium und diverse Rezensenten anschlossen. Hermann Müller, Kritiker des Neuen Deutschland, bezeichnete den Film als ebenso dekadent wie Jean Cocteaus Die Schöne und das Tier (1946); eine »schwüle blutrünstige Atmosphäre« verneble ganze Passagen.

Kästners weitere Dialogzeilen erscheinen angesichts der politischen Zeitläufte geradezu kühn, denn sie entlarven Cagliostros Weltmacht-Fantasien als verbrecherisch. »Wenn wir erst Kurland haben, pflücken wir Polen. Poniatowski, der sich jetzt noch Stanislaus II. nennt, ist reif. « Münchhausen aber antwortet: »In einem werden wir zwei uns nie verstehen: in der Hauptsache. « Das ist in der Tat kaum verhüllte Regimekritik, sodass nachfolgende Rezensenten in Münchhausen eine »gewaltige Aufwallung der Selbstverleugnung« erblickten, »ein Meisterwerk der Phantasie, die ein Ausdruck der Freiheit ist« (Bandmann/Hembus).

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